Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat auf ihrer 83. Plenarsitzung am 20. Dezember 2006 beschlossen, das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder zu erklären. Mit zahlreichen Aktionen wird in diesem Zusammenhang weltweit versucht, den Wald in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen und mehr Wissen über den Wald und seine lokale und globale Bedeutung zu vermitteln. Auch praktische Maßnahmen zur Wiederaufforstung, teilweise in Zusammenarbeit mehrerer Länder, sind geplant. So hat beispielsweise die DAZ (Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit e.V.) in Togo eine Baumpflanzaktion gestartet und zu diesem Zweck eine „Waldaktie“ herausgegeben. Nach umfangreichen Vorbereitungen wurden die ersten Bäume an Schulen in Kourdjoak und Nagre II gepflanzt und eine Baumschule angelegt. Wälder sind nach Schätzungen der Weltbank Lebensraum für zwei Drittel der weltweit vorkommenden Arten und bilden die Lebensgrundlage für etwa 1,6 Milliarden Menschen. Doch Jahr für Jahr verschwinden 13 Millionen Hektar Wald, eine Fläche so groß wie Griechenland, von der Erdoberfläche.
Wie jedes intakte Ökosystem besteht auch der gesunde Wald aus sogenannten Produzenten, Konsumenten und Destruenten: Pflanzen „produzieren“ Nahrung für Pflanzenfresser. Pflanzen- und Fleischfresser können – abhängig von ihrer Stellung im Nahrungsnetz – beides sein, denn sie fressen und werden teilweise auch gefressen. Destruenten schließlich – Mikroorganismen und Kleinstlebewesen – übernehmen die Beseitigung pflanzlicher und tierischer Überreste. Dadurch wandeln sie diese wiederum in Nährstoffe für die Pflanzen um.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Wäldern in gemäßigten Zonen und Tropenwäldern besteht in der Art und Weise, wie die durch den Abbauprozess entstehenden Nährstoffe wieder verwertet werden. In gemäßigten Zonen fällt durch den Laubabwurf der Bäume und durch absterbende Pflanzen im Herbst viel Biomasse an, und während der Umwandlungsprozess sofort einsetzt, befindet sich die Pflanzenwelt in dieser Zeit in einer Vegetationspause mit erheblich reduziertem Nährstoffbedarf. Die Nährstoffe gehen jedoch nicht verloren, sondern werden im Boden gespeichert. Deshalb ist der Waldboden in unseren Breiten besonders fruchtbar.
Ganz anders verhält es sich mit dem Wald in den Tropen, wo es kaum jahreszeitliche Schwankungen gibt und die Pflanzen sich das ganze Jahr über in einer Vegetationsphase befinden. Hier werden die Nährstoffe nicht zwischengespeichert, sondern unmittelbar aufgenommen. Die Erde selbst ist mager und nährstoffarm, aber von einem dichten Wurzel- und Pilzgeflecht durchzogen, das gleichzeitig Erde festhält und Wasser speichert. Wird dieser Wald gerodet, bleibt Land zurück, das nur mit intensiver Düngung und Bewässerung Erträge bringt. Sich selbst überlassen, ist dieses Land schutzlos dem Wind und heftigen Regenfällen ausgeliefert. Es erodiert und verwandelt sich nicht selten in unfruchtbare Wüste oder Steppe.
Der tropische Regenwald ist auch ein riesiger Wasser- und CO2-Speicher und hat damit immensen Einfluss auf das Weltklima. Die Regenmenge im Amazonasgebiet liegt um das vierfache höher als in Deutschland. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Regenwald durch Bildung von Aerosolen in der Luft die Niederschläge selbst beeinflusst. In der Sahelzone, wo Wald- und Buschland weitgehend vernichtet wurden, haben die Niederschläge in den letzten drei Jahrzehnten um 40 Prozent abgenommen. Die Abholzung von Wäldern hat in mehrfacher Hinsicht negative Folgen, da erstens der zerstörte Wald kein CO2 aus der Luft mehr aufnehmen kann, zweitens wird das in der Biomasse gespeicherte CO2 in die Atmosphäre entlassen und trägt dadurch drittens zusätzlich zur Erwärmung des Klimas bei.
Die Zerstörung der Wälder hat viele Gründe. Zum einen wird das Holz selbst als Handelsgut genutzt. Wo Bodenschätze wie Erdöl, Gold oder Kohle gefördert werden sollen, muss der Wald weichen. Die Nutzung der ehemaligen Waldflächen als Ackerland, hauptsächlich zum Anbau von Futterpflanzen ist gerade in den letzten Jahren auch für internationale Investoren ein lukratives Geschäft geworden. Fast immer sind es kurzfristige wirtschaftliche Interessen, die im Vordergrund stehen. Auch Biosprit spielt eine Rolle. Es wurde zwar international vereinbart, dass Biosprit-Pflanzen nicht auf gerodeten Waldflächen angebaut werden dürfen, doch dieses Hindernis wird umgangen, indem auf vorhandenen Ackerflächen Palmöl oder Zuckerrohr anbaut, für die Nahrungserzeugung aber Urwaldflächen gerodet werden.
In Österreich steht Umweltschutz/Naturschutz ganz weit oben und wird von der Bevölkerung sehr ernst genommen – im Land gibt es über 440 Naturschutzgebiete. Die Führung übernimmt das Bundesland Steiermark mit 123 Gebiete. Selbst die Bundeshauptstadt Wien hat 2 Naturschutzgebiete: Lainzer Tiergarten und Lobau.
Dass der Schutz der Wälder im eigenen Interesse der Menschheit liegt und nicht mehr als Ökoromantik abgetan werden kann, ist inzwischen allgemeiner Konsens. Um einen Beitrag dafür zu leisten, sollte man zum Beispiel Recyclingpapier verwenden, keine Produkte aus Tropenhölzern kaufen, fair gehandelte, oder Lebensmittel aus regionalem Anbau vorziehen und weniger Fleisch konsumieren.